Australien - Back on Track

Wir sind wieder unterwegs in Australien. Nach unserer Ankunft in Australien war schnell mal klar, dass wir bald losziehen. Die erste Nacht bei Lois und Tom verbracht, wollen wir am nächsten Tag unseren Camper startklar machen. 

Mit den wenigen Sachen in der Hand, die wir mit nach Thailand genommen haben, will ich die Seitentüre unseres Mitsubishi Delica öffnen und habe prompt den Türgriff in der Hand. Mit einem abgebrochenen Türgriff stehe ich da, tief durchatmend und Auge verdrehend... Nicht den Teufel an die Wand malen. Schliesslich hatten wir in Thailand auch vier Plattfüsse mit unserem Scooter und ein paar Schimpfwörter später bei unserem lieben Mechaniker immer einen neuen Reifen gekriegt. Dieser abgebrochene Türgriff hindert uns nicht daran am nächsten Tag unseren Freunden Lois & Tom "Tschüss" zu sagen. Wir wollen heute Richtung Norden aufbrechen. Wohin genau ist noch offen. Diese Frage erübrigt sich jedoch bereits nach den ersten vier Kilometer. Unser Van hat keine Leistung mehr. Motor einfach aus! Das gibt es doch nicht, wir müssen uns zur nächsten Garage abschleppen lassen. Unser erstes Erinnerungsfoto von unserem zweiten Start in Australien sieht also so aus:

Wegen Feiertagen, Ferienabwesenheiten und Krankheitsfälle dauert es eine Woche, bis wir unseren Camper wieder abholen können. Was würden wir machen ohne Lois & Tom? Denn diese stehen schon wieder an unserer Seite, holen uns von der Garage ab und versichern uns, dass wir so lange in ihrem Haus bleiben können wie wir gerne möchten. Die zwei fliegen nämlich in wenigen Tagen nach Frankreich, wo sie dem Winter von Australien entfliehen. Dieses Mal bringen wir sie an den Flughafen, wünschen ihnen ganz schöne Ferien, und gehen zurück nach Northam in ihr zu Hause. Zuvor bekochen wir sie jedoch noch als Dankeschön für all ihre Hilfe.

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Unser Camper ist nach einer Woche pünktlich ready to go. Es war die befürchtete Benzinpumpe, die wir ersetzen mussten. Die nächsten Tage sind jedoch heftige Regenfälle und Sturmböen die Prognosen. Wir entscheiden noch ein bisschen im Hause Lois&Tom zu bleiben und die Schlechtwetterfront auszuharren. Es ist Winter in Perth und nachts sind die Temperaturen im einstelligen Bereich. Wir sind wie die Wilden am Feuer machen, um einigermassen Wärme ins Haus zu bringen. Denn in Australien hat man nicht standardmässig eine Heizung eingebaut, zumindest in den älteren Häuser nicht. 

Bevor wir richtig losziehen wollen gönnen wir uns zuerst zwei Tagesausflüge um die Verlässlichkeit unseres Vans zu testen. Einmal zieht es uns ins 37 Kilometer entfernte Städtchen York und einmal zum Kokerbin Rock in die Natur. Beides lohnenswerte Ausflüge und das allerwichtigste für uns: eine erfolgreiche Fahrt

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Während der Schlechtwetterphase hatten wir sogar die Möglichkeit den Türgriff an der Seitentüre mit einem Occasion Teil zu ersetzen. Also die besten Voraussetzungen für einen Neustart. Ganze zwei Wochen später kann es nun endlich losgehen.

Bereits 50 Kilometer nördlich von Perth befindet sich der Yanchep Nationalpark. Hier sehen wir prompt unsere ersten Koalas. Gemäss Infotafeln sind die Koalas aus einem Zoo und leben nun hier in Freiheit. Damit ist gemeint es ist kein Gehege vorhanden aber sind wir mal ehrlich, das ist wohl eines der faulsten, ABER süssesten Tiere der Welt und weit kommen die eh nicht. Also ist eigentlich eine 100%ige Chance da die Koalas zu jeder Tageszeit zu sehen. Der Yanchep Nationalpark ist auch das zu Hause vieler Kängurus. 

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Auf der Weiterfahrt kommen die berühmten Pinnacles. Hier gibt es eine landschaftlich reizvolle Fahrt von ca. 30 Minuten mit Haltemöglichkeiten um die Kalkstein-Formationen aus der Nähe zu betrachten.

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Geraldton ist nördlich von Perth die nächstgrössere Stadt, sehr sympathisch und jupiiii, mit einem Leuchtturm. Leider ist der obere Teil gerade eingepackt, weil er renoviert wird. Schade, dafür haben wir einen schönen Gratis-Campground direkt neben dem Leuchtturm entdeckt. Das ist doch auch was!

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Unser nächstes grösseres Ziel wird der Kalbarri Nationalpark sein. Zuvor machen wir jedoch Halt auf dem Campground Lucky Bay, der nur per 4WD zugänglich ist. Toller Campground direkt am Strand. Leider sind wir noch zu wenig im Norden um angenehme Badetemparaturen vorzufinden. Das Wasser ist saukalt (noch nett ausgedrückt). Dafür gibt es hier tolle Sonnenuntergänge und ein Picknick.

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Wir tasten uns langsam aber sich an den Kalbarri Nationalpark heran. Der Küste entlang sind wir im südlichen Teil des Kalbarri Nationalparks, wo wir immer wieder tolle Aussichtspunkte mit kleineren Wanderungen finden. 

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In der Mitte befindet sich das touristische Städtchen Kalbarri. Hier gibt es jeden Morgen eine Pelikanfütterung. Warum morgens hingehen, wenn diese auch durch den Tag dort anzutreffen sind? Die sind mittlerweile so zutraulich und sind nur auf Futter aus, dass sie auch durch den Tag kein Versuch auslassen eventuell gefüttert zu werden. Martin muss aufpassen, dass er sich kein Pelikan angelt. :-) Ebenfalls die schönen pink-grauen Galahs fliegen uns vor die Linse.

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Am nächsten Tag besuchen wir den nördlichen Teil des Kalbarri Nationalparks mit dem berühmten Nature's Window. Dieses wäre wohl zum Sonnenaufgang schön. Aber wir schaffen es einmal mehr wieder nicht aus den Federn. Zu kuschelig warm im Bett und schliesslich soll man nicht bei Dunkelheit fahren wegen den Kängurus. Deshalb gehen wir schön brav nach dem Frühstück los. Beim Nature's Window laufen wir ein bisschen herum und finden coole Plätzchen zum Fotografieren. Tolles Farbenspiel!

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Leider sind viele Strassen im Kalbarri Nationalpark wegen Strassenarbeiten gesperrt. Wir ziehen nach dem Nature's Window bald mal weiter.

In Australien verbringt man viel Zeit hinter dem Steuer. So auch heute um von Kalbarri in die Region Shark Bay zu kommen. 300 Kilometer Highway und dazwischen nichts ausser unser heutiges Highlight, eine Tankstelle. Im nirgendwo der Diesel AUD 1.44/l (CHF 0.97/l). Richtung Norden wir der Diesel immer teurer und normalerweise zahlen wir um AUD 1.56/l. Hier füllen wir unseren Tank bis er fast überläuft und danach geht die Fahrt auch schon wieder weiter..

In der Region Shark Bay ist der berühmte Shell Beach. Ein 60 Kilometer Strand alles aus kleinen Muscheln. Im hübschen Städtchen Denham, das muss man Australien lassen, Städtchen mit Charme gibt es hier viele, besuchen wir das Visitor Center und lassen uns über die Region informieren. Für zwei Tage gehen wir in den Francois Peron Nationalpark. Dieser Nationalpark ist nur für Geländewagen geeignet. Wir lassen den Druck in unseren Reifen ab und schon kann das Geholper über Sandpisten losgehen. Auf dem Campground in der Big Lagoon schnappen wir uns einen schönen Stellplatz und geniessen die Zeit am Wasser, weiterhin nicht im Wasser. 

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Am nächsten Tag fahren wir in den nördlichsten Spitz des Francois Peron Nationalparks. 45 Kilometer off road später ein tolles Panorama. Was wir hier für eine Aussicht geniessen dürfen raubt uns den Atem. Und dann sehen wir auch noch einen kleinen Hai (schätzungsweise 1 Meter) der immer wieder auftaucht und sich an einem Fischkopf vergnügt. Echt tolles Erlebnis! 

Unser Motto heisst eigentlich "ab in den Norden". Da wir uns aber am nördlichsten Punkt einer Peninsula befinden müssen wir zuerst "kurz" 180 Kilometer südlich fahren um dann wieder 200 Kilometer nördlich in Carnarvon zu landen. Da wir zum Glück kein Zeitdruck haben können wir solche Strecken gut auf zwei Tage verteilen. 

Östlich von Carnarvon befindet sich der Kennedy Range Nationalpark, den wir als nächstes ansteuern. Tolles Panorama auf der Fahrt dahin, leider sind aber alle Grotten ausgetrocknet. Die Regenzeit viel dieses Jahr leider sehr mager aus und daher ist alles ausgetrocknet.

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Was leider alles überlebt sind die australischen Buschfliegen. Zum Schluss noch ein paar Eindrücke dazu...

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