Exmouth und Karijini

Wir erreichen Exmouth an einem Regentag. Alle Touristen haben sich ins nächste Café oder in die nächste Bar verzogen. Da merkt man schnell wie überfüllt Exmouth ist. Kommt uns vor wie in Davos am Spengler CupJ

Das Städtchen lebt vom Tourismus. Ein Souvenirshop oder Tourenanbieter reiht sich dem anderen. Alle, die nach Exmouth kommen, landen früher oder später im Cape Range Nationalpark westlich von Exmouth und somit im Wasser um das Ningaloo Riff zu erkunden

In diesem Nationalpark sind ganz klar die Strände mit den weltberühmten Schnorchelplätzen im Westen vom Park das Highlight. Am östlichen Eingang gibt es aber auch für Wanderliebhaber was zu bieten. Wir steuern zuerst die Strände an und wollen schnorcheln gehen. In der Stadt noch Schnorchelausrüstung gekauft kann es losgehen. Das Wasser mit ca. 23 Grad deutlich wärmer als anderswo. Wir schauen anderen Reisenden neidisch hinterher, die einen Wetsuit tragen. Naja, da müssen wir durch. Zumindest ein Surfshirt haben wir, dass der fürsorgliche Ehemann die Frau tragen lässt. ;-) Die drei Hotspots zum Schnorcheln heissen Lakeside, Turquoise Bay und Oyster Stacks. Lakeside war leider ein Reinfall. Die Sicht ganz schlecht und anscheinend auch die nächsten Tage, so wie uns andere immer mal wieder erzählen. Also schnell weiter zum nächsten Spot. Die Turquoise Bay ist fantastisch zum Schnorcheln. Die Korallen sind leider zwar mehrheitlich tot bzw. die Korallenbleiche hat Einzug gehalten, aber es gibt etliche Fische zu bestaunen. An der Turquoise Bay herrscht immer eine beachtliche Strömung. Deshalb darauf achten, dass man am südlichen Ende des Strandes ins Wasser geht. So kann man es richtig geniessen und sich ans andere Ende des Strandes treiben lassen. Da angekommen darauf achten, dass man rechtzeitig aus dem Wasser geht. Die Strömung kann dich ansonsten mit rausziehen und es kann gefährlich werdenAn diesem Ende haben wir auch immer mal wieder zwei Schwarzspitzen-Riffhaie an knapp ein Meter gross gesehen. Die warten da schön auf ihr Futter. ;-)  Der dritte Schnorchelspot ist Oyster Stacks. Dies ist ganz klar unser Favorit. Hier muss man die Gezeiten im Auge behalten. Schnorcheln ist hier nur bei Flut möglich, ansonsten wird es schmerzhaft. Der Platz ist voll mit Korallen. Bei Ebbe ist es zu wenig tief und die Korallen scharf wie Rasiermesser. Auch hier ist etwas Strömung vorhanden, die dich aber gemütlich von einem Ende ans andere transportiert und dabei nochmals mehr Fische offenbart als Turquoise Bay. 

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Wir haben mit den zwei Haien an der Turquoise Bay und mit der Artenvielfalt der Fische Lunte gerochen und wollen es wissen. Zeit, um wieder mal mit Vollmontur in die Tiefe abzutauchen. In Exmouth ist das Navy Pier eines der Top Tauchplätze der Welt und alle Reisende, mit denen wir sprechen und die auch tauchen warensind immer noch geflasht. Trip ist gebucht, aber wir müssen uns noch ein paar Tage gedulden. Macht uns nichts aus, denn der Cape Range Nationalpark hat so viel zu bieten, da wird es uns nicht langweilig. In der Zwischenzeit sind wir schon ein paar Tage hier und haben nach einer Nacht den Campground von Mitten in der Stadt in Exmouth zum Leuchthaus kurz vor dem Nationalparkeingang verlegt. Die Campsites im Nationalpark sind zu dieser Jahreszeit alle ausgebucht. Nach einem Schnorcheltag halt am Leuchthaus machen und den Sonnenuntergang bei einem Bierchen geniessen ist eine Art um den Abend ausklingen zu lassen. 

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Wir lassen für einen Tag das Schnorchelequipment links liegen und schnüren dafür die Wanderschuhe. Wir fahren an den östlichen Eingang des Nationalparks und nehmen die Charles Knife Road um in den Nationalpark zu gelangen. Diese Strasse führt zu verschiedenen tollen Aussichtspunkten. Die Panoramasicht ist genial und erinnert ein bisschen an den Grand Canyon in Amerika. Vom Thomas Carter Lookout führt eine Rundwanderung zu zwei Aussichtspunkte, wo man in eine Schlucht hinuntersieht.

Eine zweite Strasse, ein bisschen nördlicher (4WD erforderlich), führt dann am Grund genau durch diese Schlucht und offenbart nochmals eine ganz andere Sicht. 

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Im Ganzen sind wir eine Woche in Exmouth. Einerseits weil es uns hier richtig gut gefällt und es abwechslungsreich ist, andererseits weil wir ja noch auf ein Highlight warten. Das Tauchen am Navy Pier. Wie der Name schon sagt befinden wir uns auf Navy-Boden. Fotos schiessen teils strikt verboten und wir haben genaue Anweisungen wo wir uns aufhalten dürfen. Egal, wir wollen sowieso schnellstmöglich ins Wasser. Ein Sprung ab einer tiefer gelegenen Plattform vom Pier und schon kann es losgehen. Wir schlängeln uns um die Pfeiler und sehen auf einem ziemlich kleinen Tauchspot auf 12m Tiefe unzählige Fische, eine olive sea snake, zwei Schildkröten und drei verschiedene Haiarten. Zu dieser Jahreszeit halten sich Grey Nurse Sharks in dieser Region auf. Wir müssen nicht lange warten schwimmt uns der erste vor die Nase. Geschmeidig schwimmt er an uns vorbei und wir haben genug Zeit diesen Prachtkerl zu studieren. Also wenn man die Zähne so sieht überlegt man lieber nicht zu viel und denkt nicht an die Filme "der weisse Hai". ;-) Weiter sehen wir die Weissspitzen-Riffhaie und den, Achtung jetzt kommt’s, Tasselled Wobbegong Shark..Auf Deutsch: Fransenteppichhai. 

Die zwei Tauchgänge waren echt geil und am liebsten wären wir noch ein drittes Mal rein gehüpft. Dieser Tag war ein perfekter Abschluss für diese Region.

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Es zieht uns weiter in den Karijini Nationalpark. Auf einer Strecke von 590 Kilometer ändert sich die Landschaft enorm und wir kommen in die Region Pilbara. Tolle Landschaften und das typische Rot von Australien kommt zum Vorschein. Auf dieser Strecke von 590 Kilometer pure Landschaft findet sich nichts ausser zwei Klohäuschen… und eine etwas grössere Tankstelle. Man stelle sich vor: von Genf bis Graubünden, und noch weiter!!! ohne irgendwelche Zivilisation. Kein Haus, nichts (abgesehen von Klohäuschen und einer Tankstelle), nur Natur. Kaum vorstellbar wenn man es nicht selber erlebt.

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Das Städtchen Tom Price, kurz vor dem Karijini Nationalpark, ist letzte Anlaufstelle für Essensvorräte, Wasser und Sprit. Wir gönnen uns noch einen Besuch beim Chiropraktiker. J  Neben dem Visitor Center sind Zelte aufgestellt, wo zukünftige Chiropraktiker aus Perth Praxiserfahrung sammeln und du gratis deine Probleme untersuchen lassen kannst. Das Leben im Camper verursacht schon das eine oder andere "Bobo". Zumindest knackt es ganz ordentlich während der Behandlung. ;-)

Wie ein junges Känguru hüpfen wir also Richtung Karijini Nationalpark und besuchen die bekannten Schluchten wie zum Beispiel Weano Gorge und Hancock Gorge. Die Hancock Gorge ist mit einem Abenteuer verbunden. Klettert man doch den Wänden entlang, macht den sogenannten Spider Walk um dem eiskalten Wasser zu entkommen, und fast am Ende muss man doch eintauchen damit man ganz nach hinten kommt

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Auch hier sind die Campgrounds im Nationalpark ausgebucht, jedoch zu unserem Glück. Ansonsten hätten wir dieses Schmuckstück nicht aufgesucht. Eine sogenannte Rest Area namens Albert Tognolini Rest Area ausserhalb des Parks bietet uns einen wunderschönen Spot für die Nacht. Soweit einer der schönsten Campsites für uns.

Sicht von unserem Stellplatz auf der Albert Tognolini Rest Area
Sicht von unserem Stellplatz auf der Albert Tognolini Rest Area

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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela (Samstag, 06 Juli 2019 09:02)

    So schön�. Danke für dä wunderschön Iblick�. Gniessets witerhin!

  • #2

    Dürring Tinu (Mittwoch, 17 Juli 2019 09:13)

    Danke für dä Blog. Bi derte o überall gsi und las grad wieder la ufläbe :-)