Nationalparks und Beaches zwischen Busselton und Esperance

Von Busselton bis Esperance oder anders gesagt 1000 Kilometer mit unzähligen Nationalparks und wunderschönen Stränden. Nach Busselton kommt bald mal das berühmte Margaret River. Das Gebiet Margaret River, dass bekannt ist für seine Weingüter, kann uns weniger faszinieren. Wer gerne ein Glas Wein trinkt ist hier gut aufgehoben und kann sich ein oder mehrere Weingüter aussuchen und eine Tour buchen. Wir bevorzugen momentan abends lieber ein kühles Bier und bewundern die Weingüter und die Reben lieber von weitem. 

Vielmehr wollen wir weiter unsere 4WD-Tauglichkeit prüfen. Mit neuem Kompressor ausgestattet geht es an den sogenannten North Point, der nur durch eine 4WD-Piste zugänglich ist. Wir kommen schleichend voran über Stock und Stein aber die Mühe und Geduld lohnt sich. Der North Point ist eine wunderschöne Lagune mit glasklarem Wasser, die wir ganz alleine für uns geniessen können. Unser hauptsächliches Problem mit Australien: Der ständige Wind und das eiskalte Meer. Baden ist hier nichts für uns.

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Wieder auf der Hauptstrasse geht die Fahrt weiter auf Strassen gesäumt von Karribäumen, die zur Gattung der Eukalyptusbäume gehören. Wir haben das Gefühl das West Australien hauptsächlich aus Sand, Eukalyptsupflanzen und Pfefferminzpflanzen besteht. 

Wir haben am heutigen Tag noch Zeit und folgen einem Schild mit der Aufschrift Hamelin Bay. Zum Glück haben wir das entdeckt, was wir da vom Ufer aus sehen ist unglaublich und genial. Nicht mal in das kalte Wasser müssen wir um das zu sehen, wir Glückspilze. Die Hamelin Bay ist anscheinend bekannt für seine Stachelrochen, die auch Staubsauger der Meere genannt werden. Wir sind nicht die einzigen hier und einige wagen sich sogar mit Schnorchel und Taucherbrille ins Wasser, brrrr.

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Augusta ist der südlichste Ort direkt an der Westküste von Australien und auch unser Ziel. Hier befindet sich wieder ein Leuchtturm, das Cape Leeuwin Lighthouse. Wer Eintritt bezahlen will darf auf das Areal und kann wahrscheinlich den Leuchtturm besteigen. Wir lassen das mal sein. Unsere persönlichen Erfahrungen lernten uns, dass ein Leuchtturm von weitem immer am schönsten aussieht.

Nach Augusta fahren wir weiter südöstlich und hier beginnt das wirkliche Nationalpark-Paradies. Ein Nationalpark reiht sich dem anderen. Wir nehmen uns einige Tage Zeit und erkunden die verschiedenen Nationalparks. Doch zuvor gehen wir ins nächste Visitor Center und kaufen uns den Jahrespass für die Nationalparks in Westaustralien. In den Parks von Westaustralien zahlt man grundsätzlich AUD 13 (CHF 8.90) pro Tag und Fahrzeug. Da lohnt sich die Überlegung, ob der sogenannte Holidaypass für einen Monat (AUD 46, CHF 31.70) oder dann der Jahrespass für AUD 92 (CHF 63.15) nicht mehr Sinn macht. Westaustralien macht ein Drittel des Landes aus und zieht sich bis nach Kununurra im Norden. Wir werden noch viele Nationalparks besuchen und da liegt es nahe, dass wir den Jahrespass lösen.

Wir sind eigentlich in den Süden um der Hitze nördlich von Perth zu entkommen. Dass wir jedoch Jeans und Regenjacke benötigen war dann doch nicht unser Plan. Wie bereits erwähnt ist es in dieser Region Westaustraliens (südlich von Perth) sehr windig zu dieser Jahreszeit, die Wassertemperaturen so oder so kalt und nun kommt noch Regen hinzu. Wir wollen trotzdem einen Nationalpark besuchen. Wir steuern als erstes den Warren Nationalpark an. Das Highlight für uns jedoch ist noch vor dem Nationalpark. Wir passieren eine Avocado-Farm, welche „Ausschussware“, schöner als die in den Läden, zu einem Spottpreis verkaufen. Rund 50 Avocados für AUD 10 (CHF 7.10). Von so was können wir in der Schweiz nicht mal träumen und auch hier in Australien haben wir in der Aktion pro Stück AUD 1.80 bezahlt. Da müssen wir nicht lange überlegen und wir schlagen zu. Wir essen die nächsten Tage alles mit Avocados bis wir grün anlaufen und verschenken ein paar auf den Campgrounds.

Der Warren Nationalpark ist jetzt nicht das Must see aber so zum Start der Nationalpark-Season und nur schon wegen den Avocados hat es sich allemal gelohnt. ;-). 

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Der D’Entrecasteaux Nationalpark ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Obwohl das Wetter auch heute noch nicht viel besser ist lohnt sich die Kurzwanderung auf den Mount Chudalup mit der tollen Rundsicht und den D’Entrecasteaux Drive mit vielen lohnenswerten Stopps und Sicht auf die raue Küstenlandschaft. 

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Dank den niedrigen Temperaturen und sicher auch durch die Region mit diesen vielen Nationalparks sind uns durch den Tag immer mal wieder Kängurus begegnet. Doch diese Truppe am Ende des Tages auf dem Weg zu unserem Campground überbietet alle.

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Nach zwei trüben Tagen kommt die Sonne zurück und wir widmen uns dem Shannon Nationalpark mit seinem bekannten 48 Kilometer langen Scienic Drive. Der obere Teil ist leider geschlossen, sodass wir nicht den ganzen fahren können. Im Shannon Nationalpark wütete im Jahre 2015 ein Waldbrand. Einige Bäume sind noch heute davon gezeichnet mit ihrer schwarzen Rinde, was man auf der Fahrt durch Australien übrigens immer wieder mal sieht. 

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Auf der Weiterfahrt Richtung Osten landen wir wieder im östlichen Teil des D’Entrecasteaux Nationalparks, und besuchen den Mandalay Beach. So schön die Strände und die Farbe des Meeres auch sind, zu kalt ist es um mehr als die Zehenspitzen reinzustecken.

Am nächsten Tag wollen wir hoch hinaus. Wir besuchen das Valley of the giants mit dem tree top walk. Ein Walk zwischen den Bäumen in 40 Meter Höhe gibt dir auch mal eine andere Perspektive. Zuvor besuchen wir den Giant Tingle Tree mit seinem enormen Durchmesser und ausgehöhltem Stamm, das durch Waldbrände vor einigen Jahrzehnten verursacht wurde. Unglaublich, dass dieses riesige Ding nicht zusammenbricht.

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Wir sind mittlerweile in Albany eingetroffen und während unserer Reise werden wir des Öfteren wegen unserem Auto angesprochen. Sei es ein Kaufangebot oder andere Mitsubishi Delica Besitzer die uns ansprechen. So kommt es zu tollen Bekanntschaften und man verbringt auch mal einen gemütlichen Abend zusammen mit kochen und Erlebnisse austauschen. 

In Albany wollen wir den Torndirrup National Park mal genaueres unter die Lupe nehmen. Wir klappern Hotspots ab wie die Natural Bridge und The Gap, wo einem wieder einmal mehr vor Augen geführt wird, was für eine Wucht das Meer haben kann, und wir besuchen die Blowholes. Durch den Wellengang bläst es mit einer enormen Wucht die Luft durch Spalten in den Steinen, was zu solch witzigen Fotos führt. 

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Das Highlight für uns im Torndirrup National Park ist ganz klar am nächsten Tag. Wir machen die 12 Kilometer lange Wanderung zum Bald Head. Eine wunderschöne Wanderung mit tollem Panorama fast während der gesamten Wanderung.

Wanderung zum Bald Head ganz vorne an der Spitze
Wanderung zum Bald Head ganz vorne an der Spitze

Bis Albany sind wir immer nahe der Küste unterwegs gewesen. Für die nächsten paar Tage zieht es uns wieder mehr ins Landesinnere.

Wir besuchen den Porongurup Nationalpark und wandern zum Castle Rock mit seinem Skywalk. Von hier sehen wir noch ganz knapp das Meer und Albany in weiter Ferne, das 45 Kilometer entfernt liegt.

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Nördlich des Porongurup Nationalpark liegt bereits das nächste Highlight, der Stirling Range Nationalpark. Früh morgens geht es los und wir fahren den schönen Stirling Range Drive mit seinen 42 Kilometern. Leider wird die Strasse im letzten Drittel immer wie ruppliger und unser mittlerweile miserables Zeitmanagement kann noch schlimmer werden. Zur Mittagszeit in der grössten Hitze starten wir die Wanderung auf den Bluff Knoll. Eine sechs Kilometer lange Wanderung hin und zurück. Auf den ersten drei Kilometern müssen wir 613 Höhenmeter mehrheitlich an der prallen Sonne zurücklegen. Mit viel Wasser im Gepäck ist es machbar, aber eine Freude ist das nicht mehr. Oben angekommen geniessen wir die Aussicht über die Stirling Range.

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Nach den letzten Wandertagen gönnen wir unseren Füssen eine Pause und sind im kleinen unscheinbaren Örtchen Wellstead angekommen und legen einen Strandtag mit Nichtstun ein.

Corinne ist schon seit ein paar Tagen am hin und her überlegen ob sie das viele Geld für die Walbeobachtung in der Bremer Bay ausgeben soll. Denn es ist nicht irgendein Wal, sondern DER Wal. Wobei DER Wal eigentlich zur Gattung Delfine gehört... Naja, die Rede ist auf jeden Fall von den Orcas, auch Killer Wale genannt. Unsere Walbeobachtungs-Touren in der Vergangenheit waren nicht sehr erfolgreich, deshalb ist Corinne eher skeptisch. Schlussendlich bucht sie die Tour und unsere nächste Station heisst Bremer Bay. An einem wunderschönen Tag, windstill geht es los. Bravo, es sind die dümmsten Voraussetzung um Orcas zu sichten. Diese lieben eine raue See, also windiges Wetter. Das Meer ist spiegelglatt und wir sichten während 8 Stunden!!! nicht ein einzigen Orca. Wir sehen eine riesige Gruppe an Pilot Walen was auch schön ist, aber typisch, kein Orca. Die Crew von Naturaliste Charters, über welche ich die Tour gebucht habe, erklären den Tag zum Glück zu einem „Nicht Waltag“ was so viel bedeutet wie alle Passagiere dürfen nochmals ein zweites Mal kostenlos mit in den nächsten 12 Monaten. Die Crew meint der nächste Tag sei vielversprechend. Es sei windiger und ausserdem hatten sie nie zwei Tage nacheinander, wo sie keine Orcas sahen. Okay überredet, wenn auch weniger enthusiastisch steige ich am nächsten Tag nochmals für mind. 8 Stunden auf das Boot. Und siehe da, sobald wir den Bremer Canyon erreichen, ca. 70 Kilometer auf dem offenen Meer, zeigen sich die ersten Orcas. Naturaliste Charters hat immer eine Biologin mit auf dem Boot und professionelle Fotografen, die zusammen an den weltweiten Forschungen zu Orcas teilnehmen. So haben auch einige Orcas da draussen Namen und ich erfahre, dass Split Tip mit seiner Truppe uns Gesellschaft leistet. Während den nächsten zwei Stunden tauchen sie immer wieder an unserem Boot auf und schwimmen neugierig herum und präsentieren sich von ihrer besten Seite. Die Crew filmt mit der GoPro unter Wasser und dieses komische Ding fasziniert die Orcas. Immer wieder kommen sie ganz nah und „beschnuppern“ die GoPro. 

Nach dem gestrigen Tag ein Wahnsinnserlebnis und ich glaube jeder einzelne Passagier wäre zufrieden gewesen wenn es so geendet hätte. Hat es aber nicht. Als die Crew uns bereits angekündigt hat, dass wir langsam zurückfahren und vielleicht noch den einen oder anderen Orca zu Gesicht bekommen, knallt es plötzlich von allen Seiten. Die Orcas kommen in Spiellaune. Einer nach dem anderen springt aus dem Wasser und zeigt sich in seiner vollen Grösse in der Luft. Wie das Endbouquet bei einem Feuerwerk kommt es mir vor. Was den Moment auch speziell macht, die ganze Crew inklusiv Skipper drehen durch. Hier ist die Leidenschaft spürbar.

Als ob wir noch mehr verarbeiten könnten beginnt noch eine Jagd der Orcas. Was genau sie jagen bekommen wir nicht zu Gesicht und erfolgreich sieht es nicht aus. Vielleicht sind sie auch noch nicht fertig, als wir langsam aber sicher zurück müssen, weil es schon später Nachmittag ist. Ein echt geiles Erlebnis, dass sich nach dem zweiten Anlauf auf jeden Fall gelohnt hat.

Martin hat die zwei Tage genutzt und sich den doch eher kleineren Fischen beim Angeln gewidmet und sich auch mal ins Wasser gewagt.

Von der Bremer Bay nach Esperance gibt es unseren ersten reinen Fahrtag ohne grössere Stopps. Seit vorgestern sind wir nun in Esperance und was wir hier alles erkunden und wie unsere Reise weitergeht berichten wir in unserem nächsten Blog. Bis dann!

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Kommentare: 1
  • #1

    Lexi (Freitag, 01 März 2019 08:04)

    Wow ich bechume grad Fernweh über!! Ehr mached grad di glichi Route wie mer 2012 gmacht hend � � Ich warte seeeehnsüchtig uf euche nöchsti Blogitrag �