Projekt Australien auf Eis gelegt

So schnell kann sich das Blatt wenden. Wir verlassen heute Australien. Warum? Weil wir eine Pause von Australien brauchen. Wir sind mit hohen Erwartungen in dieses "Land" gestartet. Leider konnten diese Erwartungen (bis jetzt) nicht erfüllt werden. Zu sehr sind wir unterwegs und haben das Gefühl wir machen Ferien. Das Reisefeeling ist verschwunden. 

Anstatt unsere geliebten Buddies am Rücken besitzen wir nun ein Auto und fahren von A nach B. Hinzu kommt, dass das wild Campen an den meisten Orten verboten ist und wenn sie dich erwischen und der Ranger schlechte Laune hat zahlst du eine Strafe von AUD 100 oder mehr. Es gibt einige gratis Campingplätze aber oftmals sind das Raststätte. Man befindet sich also entweder auf einer Raststätte, auf einem schöner gelegenen gratis Campingplatz der sicher pappe voll ist oder auf einem normalen Campingplatz mit allen möglichen Facilities. Und morgens, wenn man aufsteht, sieht man an die nächste Campertür...

So schön die Natur von Australien sein kann, so sehr kann man sie hassen. Dann, wenn du abends gemütlich was kochen möchtest und es dir alles davon windet. Oder du an einem wunderschönen Strand stehst, der Wind aber so stark bläst und kalt ist, dass du mit Gänsehaut dastehst und ein gratis Sandpeeling bekommst. Von Baden ganz zu schweigen...

Dann, wenn die Sonne vom Himmel strahlt und die Buschfliegen Angriff auf dich nehmen. Das sind keine Fliegen die mal ein paar Runden um deinen Kopf schwirren und dann wieder verschwinden... Nein, die wollen in deine Augen, Nase, Ohren und wenn es ganz blöd will in deinen Mund. Wir campen an einem tollen See, an ein gemütliches Frühstück ist gar nicht zu denken. Bereits ohne Essen schwirren diese Scheissviecher um uns (Puls bereits wieder leicht erhöht während ich das schreibe...). Wenn es nicht die Fliegen sind durch den Tag, dann sind es abends halt die Bremsen (wusste bis heute nicht, dass im Deutschen die "Rossbremen" Bremsen heissen... :-)) die dich noch dazu vollstechen.

Da sind die Mücken eine nette Abwechslung.

Wir müssen uns regelmässig gegenseitig motivieren. "Wir sind in Australien!!! Let's explore this beautiful country!" Bis dann immer wieder so kleine Dämpfer kommen. Und der 1. März brachte das Fass dann zum Überlaufen. Wir sind in Kalgoorlie. Unsere Klimaanlage hat am Tag zuvor bei der Hinfahrt nicht funktioniert. Unser Thermometer zeigte über 50 Grad an. Wobei dieses Ding immer etwas übertreibt. Es waren um die 45 Grad (im Nachhinein finden wir heraus, dass das Gerät auf Innentemperatur anstatt Aussentemperatur eingestellt war). Auf jeden Fall Temperaturen wo es nett wäre, wenn die Klimaanlage funktionieren würde. Deshalb fahren wir am nächsten Tag in die Garage. Martin meint es müsse wahrscheinlich ein Regas gemacht oder der Keilriemen für die Klimaanlage nachgezogen werden. Für die Männer klar um was es geht, für die Frauen: es kühlt einfach nicht mehr PUNKT ;-) Die eine Garage macht keine Klimaanlagen, die andere ist bis nächste Woche ausgebucht. So fahren wir von Garage zu Garage und für zwei Minuten ist Martin nicht angeschnallt, haben wir schon die Polizei daneben. Wir sind sonst wirklich keine Personen die unangeschnallt fahren. Aber in der Hitze des Gefechts und nur zwei Strassen runter zur nächsten Garage, prompt kommt die Polizei um die Ecke. Wir versuchen mit ihnen zu reden aber nichts zu machen, AUD 550 Busse. Umgerechnet sind das CHF 390!!!

Wir fahren an diesem Tag weiter Richtung Wave Rock. 

In der Pampa plötzlich ein Knall. Wir haben einen Plattfuss. Hinter uns 90 Kilometer und vor uns 60 Kilometer ein Hauch von Nichts. Wenn jetzt einer durchgefahren wäre und uns ein Kaufangebot für den Delica gemacht hätte, er hätte ihn sofort mitnehmen können...

Alles grundsätzlich (im Nachhinein) nicht so schlimm. Wir sind ja für solche Fälle ausgerüstet. Aber es nervt halt einfach und weitere Aussiedollar fliegen davon. Australien ist generell ein teures Land und wir sind noch einige Sparmöglichkeiten am Austüfteln. Wenn das Geld dann aber so verpufft und du nicht mit Leidenschaft dabei bist, dann tut es doppelt weh. 

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Abends auf dem Campingplatz, als die Gemüter sich beruhigt haben, diskutieren wir unsere Optionen. Wir sind beide der Meinung, dass es das mit Australien nicht gewesen sein kann. Zu viel Zeit und Geld haben wir in den Umbau von diesem Auto gesteckt und zu viel haben wir von Australien noch nicht gesehen. Wer weiss, vielleicht ist der nördliche Teil von Westaustralien mehr unser Ding... Wir wissen es nicht aber wir wollen es herausfinden. Nur nicht gerade jetzt. Wir brauchen eine Pause von diesem "Land" und ausserdem ist momentan bezüglich Wetter eh noch nicht die beste Zeit um in den Norden zu fahren... Wir wollen irgendwo hingehen wo es uns gefällt und da liegt Koh Chang und Happy Dogs ganz hoch im Kurs. Für uns war klar, dass wir irgendwann von Australien zurückkehren zu Happy Dogs. Doch wann und dass es so früh kommt ist auch für uns überraschend. Als ob es so kommen müsste haben die jetzigen workawayers im Foster House Tina gerade offenbart, dass sie bereits am 10. März anstelle Ende Monat abreisen müssen. Wir schauen nach Flügen und finden unschlagbare Preise. Tom & Lois, unsere ehemaligen workawayer-hosts, heute gute Freunde, nehmen unseren Mitsubishi Delica während unserer Abwesenheit unter ihre Fittiche. Wir packen wenige Sachen zusammen und verabschieden uns fürs Erste von Australien und freuen uns auf ein Wiedersehen mit Happy Dogs Koh Chang.

Noch ein paar Eindrücke von unseren letzten Tagen. Nebst hohem Nervenverbrauch gab es auch schöne Dinge. ;-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Manu (Freitag, 05 April 2019 10:50)

    Toller Beitrag, wünsche euch viel Spaß auf Koh Chang ;)
    LG