Sri Lanka zum Abschluss

Wir machen einen Abstecher nach Sri Lanka. Sri Lanka war schon länger geplant. Da wir demnächst den Kontinent wechseln und wir die Flugpreise immer wie mehr steigen sahen, wollten wir den Flug fixieren. Dies entsprach so gar nicht unserem Reisekodex, aber unserem Reisebudget zu liebe haben wir uns dafür entschieden. 

Spätestens in Thailand bestätigte sich jedoch, dass unsere bisherige planlose Planung ;-) die beste war. Denn eigentlich wollen wir Thailand und Happy Dogs Koh Chang gar nicht verlassen. Wir haben über unsere Zeit mit den Strassenhunden Thailands in unserem Blog geschrieben und die Spendensammlung für Happy Dogs Koh Chang ist in der Zwischenzeit ebenfalls angelaufen. So steigen wir anfangs November widerwillig in den Flieger und Sri Lanka hatte es von Beginn weg schwer bei uns...

Vom Flughafen machen wir uns auf nach Negombo, eine kleine Stadt nur gerade 12 Kilometer nördlich vom internationalen Flughafen. Aufgrund der Entfernung zum Flughafen eignet sich Negombo gut als Start oder Endpunkt einer Reise durch Sri Lanka. Doch sollte man nicht zu viel von Negombo erwarten. Es liegt zwar direkt am Meer, doch das Wasser und die Fischabfälle am Ufer laden nicht gerade zum Baden ein. Von Negombo geht es mit der ersten rasanten Busfahrt in Sri Lanka in die Hauptstadt Colombo. Einfach gesagt, der Bus ist das schnellste Gefährt auf der Strasse und überholt alles und überall was nicht rast. Hier in Sri Lanka kann der Stau richtig zum Freund werden. Bei den rasanten Fahrten muss man sich immer noch die wildeste Musik in dröhnender Lautstärke anhören oder dann beim Slow Bus zwischen den kleineren Orten (ja die gibt es auch, haben wir am Ende unserer Reise herausgefunden...) die krassesten Schmusesongs mit dramatischen Videoclips vorne auf dem Bildschirm, wo man einfach hinschauen muss.

Von der Hauptstadt Colombo haben wir von vornherein nicht viel Gutes gehört und das bestätigt sich für uns dann eigentlich auch schon nach ein paar Minuten. Die Stadt hat nicht viel zu bieten und die Abgase in der Luft, der Verkehr und das ewige Gehupe der überholenden Busse macht es nur noch schlimmer. Wir verbringen hier zwangsweise eine Nacht, da der Zug ins Landesinnere nach Kandy ausgebucht ist und wir nur Tickets für den nächsten Tag erhalten. Die Zugfahrt mit knappen 50km/h und reservierten Sitzplätzen in der zweiten Klasse stellt sich als richtig angenehme Reise heraus. In Kandy angekommen merken wir, dass in Sri Lanka die Städte wohl generell nichts Sehenswertes sind. Kein Flair, schmutzig und Luft zum Ersticken. Wir besuchen mit dem TukTuk den fünf Kilometer entfernten Royal Botanical Garden und sind zum ersten Mal begeistert von Sri Lanka. Wir geniessen die Ruhe und bestaunen die mächtigen Bäume. 

Definitiv ein Highlight in Sri Lanka ist die Zugfahrt von Kandy nach Ella ins Hochland. Sieben Stunden Zugfahrt mit unglaublich schönem Panorama. Im Zentrum von Ella reiht sich ein Restaurant, Homestay und Souvenirshop aneinander. Wer ein paar Tage in Ella verbringt kann tolle Wanderungen wie den Little Adam’s Peak oder auf den Ella Rock unternehmen. Im Hochland ist immer mal mit Regen zu rechnen und hinzukommt, dass wir noch in der Nebensaison unterwegs sind. Es erwischt uns leider mehrmals mit heftigen Regenschauern. Trotzdem geniessen wir die Zeit hier und unser Gastgeber im Homestay mit seiner unglaublich herzlichen Art macht den Aufenthalt nochmals ein Stück besser. 

Wir verlassen das Hochland mit einer rasanten Abfahrt den Berg hinunter Richtung Thissamaharama (nein, es ist kein a zu viel), wo wir klein Africa begegnen. Wir buchen für den nächsten Tag eine Safari-Tour in den Yala Nationalpark. Wieder mal eine Fahrt im offenen Jeep, African-Massage wie das Original und immer die Augen offen für Wildtiere. Der Yala Nationalpark ist bekannt für seine Leopardenpopulation und auch Elefanten sind hier zu Hause. Doch am Morgen cruisen wir umher ohne grossen Erfolg. Immerhin, schöne bunte Vögel (nein, nicht uns gemeint ;-)) findet der Guide für uns. Unser grosses Objektiv macht jedoch Ferien in der Schweiz und so bleiben die besten Erinnerungen in unseren Köpfen gespeichert.

Gestärkt nach einem leckeren sri lankesischen Lunch und einem Power Nap im Schatten (sind schliesslich seit 4.00 Uhr morgens auf den Beinen) geht es nachmittags weiter. Wir spornen unseren Guide an für die Sichtung eines Leoparden und Elefanten. Und siehe da, nachmittags haben wir mehr Glück. Wir begegnen mehreren Elefantenfamilien. Immer wieder faszinierend diese tollen Tiere zu beobachten. Man sieht einen deutlichen Unterschied zu den Elefanten in Afrika. Obwohl sie mächtig erscheinen sind sie ein gutes Stück kleiner und haben viel kleinere Ohren.

Unser Guide entschuldigt sich schon mal bei uns und meint, die Leoparden haben heute einen freien Tag. Langsam aber sicher müssen wir uns damit abfinden, keinen Leoparden zu Gesicht zu bekommen. So ist die Natur und wir sind happy mit dem, was wir gesehen haben. Kurz vor Schluss hat unser Guide plötzlich einen Bleifuss und wir wissen sofort, was los ist. Wir halten uns überall fest damit wir nicht unseren Kopf stossen und holpern über die Piste. Dort wo mal ein Leopard gesichtet wurde, stehen wahrscheinlich nun alle Jeeps, die sich heute im Yala Nationalpark aufhalten, in Reih und Glied. Als wir kommen verzieht sich der Leopard gerade ins Dickicht um dem Ganzen zu entfliehen. So viel Lärm und der Gestank von den über 50 Jeeps! hat einen faden Beigeschmack. Nachdem wir uns irgendwie aus dem Stau befreien konnten geht die rasante Fahrt weiter zu einem anderen Spot, wo ein Leopard es sich auf dem Baum gemütlich gemacht hat. Dieser lässt sich nicht von uns stören. Wir haben nur wenige Minuten Zeit um das Tier zu beobachten, denn der Park schliesst um 18.00 Uhr und wir haben nur noch knapp 30 Minuten Zeit um den ganzen Weg zurück zu fahren. Man könnte meinen es gibt was zu gewinnen, denn es wird überholt und gerast was das Zeugs hält. Um genau 17.58 Uhr erreichen wir den Ausgang des Parks. Ob die hinter uns, die nach 18.00 Uhr den Ausgang erreichen eine Strafe zahlen müssen wissen wir nicht, das würde jedoch das Gedränge auf der Rückfahrt erklären. Wir haben schlussendlich zwar noch, sagen wir mal, 1 1/2 Leoparden gesehen ;-), aber für uns wäre die Safari in besserer Erinnerung geblieben ohne diese Sichtungen. Über den ganzen Tag verteilt hat man immer mal wieder einzelne Jeeps angetroffen und bei den Elefanten auch mal eine grössere Gruppe von Jeeps, was sich aber an den Leoparden-Spots abgespielt hat war nicht mehr schön.

Wir reisen weiter Richtung Südwesten in den Badeort Mirissa. Hier fühlen wir uns richtig wohl. Eine tolle Unterkunft bei netten Gastgebern, ein lokales Restaurant namens Dewmini Roti Shop mit fantastischem Essen, einen schönen Strand und das Baden im Meer ist hier eine angenehme Abkühlung mit Spassfaktor hohe Wellen. Neun Nächte bleiben wir schlussendlich hier und geniessen nach den Regentagen im Hochland nun die Sonne, die Meeresluft und den Gang von Badetuch - Meer - Bar - Badetuch - Bar oder Meer, je nach Lust und Laune ;-). 

Wir sind keine Reisenden mehr mit grossen Sprüngen. Nach diesen neun Tagen Mirissa ziehen wir unglaubliche 6 Kilometer weiter nach Weligama. Natürlich immer dem Meer entlang. Wir haben uns sagen lassen, dass es hier gut für Anfänger zum Surfen sei. Das wollen wir mal prüfen und siehe da, super Wellen und wir haben drei Tage lang Spass mit Surfen. 

Den Städten auf Sri Lanka wollen wir nochmals eine Chance geben. Mit dem Bus fahren wir nach Galle. Hier soll die Altstadt und Galle Fort, eine Festungsanlage rund um die Altstadt, die im 16. Jahrhundert von einer portugiesischen Kolonie erbaut und später von Holländern erweitert wurde, sehr schön sein.

Da wir unsere Erfahrungen mit grösseren Städten in Sri Lanka gemacht haben, nehmen wir uns lieber eine Unterkunft ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt Galle. Die beste Entscheidung und unsere beste Unterkunft in Sri Lanka, das Bara Beach Home, mit einer Traumaussicht vom Bett aufs Meer. Die Zimmer sind sehr einfach und klein gehalten aber mehr brauchen wir nicht um glücklich zu sein und das Leben zu geniessen. 

(für Grossansicht klicke auf das Bild)

Wir nehmen den Bus zurück in die Stadt Galle und wollen uns die Altstadt mit der Festungsmauer anschauen. Man kann gut und gerne einen halben Tag durch die Altstadt schlendern, in ein Café sitzen und dem Treiben zuschauen, sich mit Souvenirs in den unzähligen Shops ausstatten und auf der Festungsmauer entlanglaufen. Uns hat die Altstadt von Galle sehr gut gefallen.

Verlässt man die Altstadt durch das Tor befindet man sich direkt in der City mit dem typischen Stadtbild von Sri Lanka und der Hektik überall. Unsere letzte Station in Sri Lanka heisst Hikkaduwa. Hikkaduwa empfinden wir noch touristischer als Mirissa, ist hektischer (ach was, Sri Lanka ist hektisch??? ;)) und hat weniger schöne Strände. Dafür lernen wir tolle Menschen kennen, treffen uns mit anderen, die wir vor ein paar Tagen kennengelernt haben, und verbringen so zwei tolle Tage und Abende. Wir geniessen zum letzten Mal das asiatische Essen, die vielen leckeren Früchte und verabschieden uns so langsam von Asien. Ein tolles Jahr in Asien geht zu Ende. Wir verlassen Asien mit einem weinenden und lachenden Auge. Denn das nächste Kapitel unserer Weltreise steht schon in den Startlöchern...

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